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frühere Dorfgeschichte
Es gibt Vermutungen, dass in unserem Gebiet eine Siedlung aus der Zeit der Urnenfelder bestand (1200-800 v. Chr.). Nachweisbar sind keltische Siedlungen um die Zeitenwende (Billingshausen, Holzkirchen…). Um 300 sickerten Alemannen in unser Gebiet ein: Alle Ortsnamen mit „…ingen” stammen aus dieser Zeit (z.B. Uettingen, Remlingen…). Sie vermischten sich mit der ortsansässigen Bevölkerung. Um 500 verdrängten die Franken die Alemannen: In Roßbrunn wurde ein Reihengräberfeld aus der fränkischen Landnahme gefunden (um 680). 742 wurde das Würzburger Bistum gegründet (Bonifatius), sein Schüler Burkhard wurde der erste Bischof (Nach der frommen Legende wurde durch die iroschottischen Mönche Kilian, Totnan und Kolonat das Evangelium nach Würzburg gebracht). Mitte des 8. Jahrhunderts wurde das Kloster Holzkirchen von Graf Troand gegründet, 775 der Reichsabtei Fulda übereignet. Uettingen war Lehen des Klosters. Um 1200 nahm das Grafengeschlecht von Wertheim mehr und mehr Einfluss in unserem Raum: Sie hatten die Vogtei über das Holzkirchener Kloster, bekamen Uettingen als Fuldaer Lehen (Grundherr blieb das Kloster) – die späteren Verwicklungen waren damit vorgeprägt. Die Grafen von Wertheim schufen sich lokale Machtzentren, versehen mit einem Amtmann – wie die Burg im Nachbarort Remlingen (Uettingen musste Abgaben an Remlingen liefern). Eine Episode Ein Hirte, Hans Behem aus Helmstadt, als Dorfmusikant von Ort zu Ort ziehend, hatte eine Marienvision. Er begann als „Pfeifer von Niklashausen” zu predigen: Seine Predigten waren geprägt von glühender Marienfrömmigkeit, vermischt mit Reichsreformgedanken, später auch mit harter Kritik am Klerus. 1476 wurde er in Würzburg als Ketzer verbrannt. Reformationszeit Schon 1518 gab es in Wertheim einen Anschlag an der Kirche: Verbot von Jahresstiftungen und Mahnung zur Unterstützung der Armen. Graf Georg II von Wertheim war 1521 auf dem Reichstag zu Worms. Als Mitglied der Kommission, die mit Luther wegen seines Widerrufs verhandelte, trat er in intensive Gespräche mit dem späteren Reformator ein - er war von ihm beeindruckt. 1522 bat der Graf Luther um einen Prediger der neuen Lehre: Für kurze Zeit kam Dr. Jakob Strauß aus Basel. 1524 trat Franz Kolb in den Wertheimer Dienst. Bauernkrieg 1525 begann in unserem Gebiet in der Reichsstadt Rothenburg der Aufruhr. In der Grafschaft wurden Reicholzheim und Uettingen die Schwerpunkte des Aufstandes. Der Graf taktierte: Niederschlagung (Brandschatzung von Reicholdsheim), Unterstützung der Bauernheere (Waffen an die Belagerer von Würzburg). Nach dem Sieg über die Bauern wurden seine Bauern hart bestraft: Dörfer wie Uettingen mussten eine hohe Strafe zahlen. Wirren bedingt durch Aussterben der männlichen Linie der Grafen von Wertheim 1556 starb mit Graf Michael III der letzte Graf der Wertheimer Linie. Ludwig von Tolberg übernahm die Grafschaft (Schwiegervater des Grafen). Doch entscheidend für später: Der Würzburger Bischof gab ihm den Fuldaschen Besitz (Kloster Holzkirchen) als Lehen von Würzburg – die späteren Streitigkeiten waren voraussehbar. Uettingen hatte eine Sonderrolle. Kurz vor seinem Tod übertrug der Wertheimer Graf Michael III. Uettingen als Lehen an seinen Bediensteten Friedrich von Ratzenburg. Nach seinem Tod sollte Herr von Ratzenburg Uettingen erben.